Sobald die Heizung läuft, fühlen sich deine Spitzen an wie Stroh, unter der Mütze ist der Ansatz trotzdem nach zwei Tagen platt und fettig, und beim Ausziehen vom Pulli stehen dir die Haare zu Berge?
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Trockene Haare im Winter haben selten nur eine Ursache, und die meisten davon sitzen im ganz normalen Alltag zwischen Haustür, Auto und Dusche. Ich bin keine Friseurin und auch keine Winterexpertin, ich erzähl dir hier, was ich bei meinen eigenen Haaren beobachtet habe und was ich heute anders mache. Nach dem Lesen weißt du, was im Winter an deinen Haaren und deiner Kopfhaut zehrt und was du bei jedem Punkt selbst in der Hand hast.
Warum trockene Haare im Winter so viel häufiger sind
Draußen ist es kalt, drinnen läuft die Heizung, und die Luft in geheizten Räumen ist deutlich trockener als im Sommer. Das merkst du zuerst an Lippen und Händen, und deine Haare trifft es genauso, nur fällt es dort später auf.
Am stärksten zeigt sich das an den Spitzen. Sie sind der älteste Teil deines Haares und haben oft schon Jahre mit Föhnen, Färben und Bürsten hinter sich. Was dort an Feuchtigkeit fehlt, kommt im Winter nicht von allein zurück.
Dazu kommen ein paar Gewohnheiten, die fast jede von uns im Winter hat und die sich gegenseitig verstärken.
Heiß duschen, wenn du völlig durchgefroren bist
Ich kenn das so gut. Du kommst nach Hause, bist durch und durch kalt, und dann stehst du unter der Dusche und drehst das Wasser immer weiter auf, und es dauert auch länger als im Sommer.
Für die Kopfhaut ist das zusätzlicher Stress, gerade wenn sie durch die Heizungsluft ohnehin schon gereizt ist. Warum zu heißes Wasser den Ansatz auch noch schneller fetten lässt, steht im Artikel über fettige Kopfhaut.
Was ich heute mache, auch im Winter: Den Körper darf ich warm duschen, fürs Haar dreh ich die Temperatur deutlich runter. Lauwarm reicht völlig, und der Unterschied am Ansatz ist spürbar.
Vor meiner neuen Routine hat mich der Winter an der Kopfhaut wirklich erwischt. Ich hab mich zeitweise wund gekratzt, im Winter definitiv schlimmer als im Sommer, bestimmt auch durch die trockene Heizungsluft, und irgendwann hab ich gedacht, das ist dann eben so. Damals hat es fast jeden Tag gejuckt. Heute merke ich es nur noch selten, meistens am 4. oder 5. Tag nach dem Waschen, wenn ohnehin die nächste Wäsche dran wäre. Was bei mir geholfen hat, steht im Artikel Was hilft gegen juckende Kopfhaut.
Die Mütze: warum dein Ansatz darunter schneller fettet
Ganz ehrlich, Mütze und Winter finde ich furchtbar. Sobald ich viel Mütze trage, fetten meine Haare deutlich schneller. Am liebsten würde ich ohne gehen, nur sind mir dann die Ohren zu kalt, also trag ich sie doch, und nur wenn ich kurz raus muss, bleibt sie weg.
Meine Erklärung dafür: In der Mütze sammeln sich mit der Zeit Talg und Hautschüppchen, und wer wäscht seine Mütze schon alle zwei Tage? Jedes Mal, wenn du sie wieder aufsetzt, landet ein Teil davon zurück am frisch gewaschenen Ansatz. Dazu kommt die Wärme darunter und das Andrücken, beides kenn ich auch vom Dutt, bei dem der Ansatz ebenfalls früher fettet als bei offenen Haaren.
Zwei Dinge haben sich bei mir bewährt:
- Mützen öfter waschen. Ich versuch es zumindest, und es macht einen Unterschied, gerade bei der Mütze, die du jeden Tag trägst.
- Den Waschrhythmus ehrlich anpassen. Normalerweise wasche ich im Winter genauso oft wie im Sommer. In Wochen, in denen ich wirklich viel Mütze trage, wasche ich öfter, und das ist völlig in Ordnung.
Die Kopfhaut immer trocken föhnen, gerade im Winter
Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte überhaupt, und im Winter noch mehr. Eine Kopfhaut, die stundenlang feucht bleibt, ist ein guter Nährboden für Hefen und Bakterien, und sie fängt dann schneller an zu jucken. Wer mit feuchtem Ansatz die Mütze aufsetzt und rausgeht, hält genau dieses Klima unter der Mütze noch länger.
Deshalb föhne ich zumindest den Ansatz immer trocken. Mit Hitzeschutz, etwas Abstand und mittlerer Hitze, dann strapaziert das Föhnen die Längen nicht mehr als nötig.
Statisch aufgeladene Haare: Wolle, Synthetik und trockene Luft
Du ziehst den Pulli über den Kopf oder nimmst die Mütze ab, und die Haare fliegen in alle Richtungen und kleben am Mantelkragen. Statisch aufgeladene Haare entstehen durch Reibung, an Synthetik meistens noch stärker als an Wolle, und in trockener Heizungsluft kann sich die Ladung schlechter abbauen als im Sommer.
Je trockener das Haar ist, desto stärker fällt das auf. Deshalb hängen statisch aufgeladene Haare und trockene Haare im Winter so eng zusammen.
Bei mir hilft dagegen tatsächlich Pflege, die im Haar bleibt. Ein paar Tropfen Öl in die Längen gehen jederzeit zwischendurch, dafür brauchst du keinen Waschtag. Oder eine Pflege, die ins handtuchtrockene Haar kommt und nicht ausgespült wird. Seitdem fliegen meine Haare deutlich weniger.
Trockene Spitzen: Schal, Kragen und Kälte
Der Schal im Winter reibt jeden Tag an derselben Stelle, genauso wie der Kragen vom Mantel und der grobe Strick. Das raut die Längen auf, und aufgeraute Spitzen verlieren noch schneller Feuchtigkeit.
Meine Spitzen sahen jahrelang am schlechtesten aus, obwohl ich mich fast nur um Längen und Spitzen gekümmert hab. Geändert hat das erst eine neue Routine zusammen mit Produkten, die an der Kopfhaut ansetzen, und dazu Pflege, die in den Spitzen bleibt, statt direkt wieder ausgespült zu werden.
Woran du erkennst, ob deine Spitzen nur trocken sind oder wirklich brechen, und was dann hilft, steht im Artikel Haarbruch stoppen. Und wenn bei dir beides zusammenkommt, also trockene Spitzen und ein Ansatz, der schnell fettet, dann lies den Abschnitt zu trockenen Spitzen im Artikel über fettige Kopfhaut.
Was ich im Winter anders mache als früher
Die großen Änderungen sind bei mir gar nicht winterabhängig, sie zeigen im Winter nur am deutlichsten, was sie ausmachen:
- Lauwarm waschen, auch wenn ich durchgefroren bin
- Shampoo nur an die Kopfhaut, Conditioner ab Ohrhöhe abwärts
- Den Ansatz immer trocken föhnen, bevor die Mütze draufkommt
- Öl am Abend vor der Wäsche, etwas, das ich 41 Jahre lang nie gemacht hatte
- Mützen öfter waschen und in Mützenwochen öfter Haare waschen
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Guide jetzt lesenWann du das ärztlich abklären lassen solltest
Trockene Haare im Winter sind normal. Wenn deine Kopfhaut aber dauerhaft stark juckt, schuppt, gerötet oder wund ist, wenn sich die Beschwerden trotz sanfter Pflege über Wochen nicht bessern oder wenn du plötzlich deutlich mehr Haare verlierst, dann lass das ärztlich abklären und gegebenenfalls einmal deine Werte checken.
Häufige Fragen zu trockenen Haaren im Winter
Warum sind meine Haare im Winter so trocken?
Weil mehrere Dinge zusammenkommen: Die Heizungsluft ist trocken, wir duschen heißer und länger, und Mütze, Schal und Kragen reiben an den Längen. Am deutlichsten merkst du es an den Spitzen, weil sie der älteste Teil deines Haares sind.
Warum sind meine Haare im Winter so statisch aufgeladen?
Statisch aufgeladene Haare entstehen durch Reibung an Mütze, Schal und Pulli, an Synthetik meistens noch stärker als an Wolle. In der trockenen Heizungsluft baut sich die Ladung schlechter ab als im Sommer, und je trockener das Haar ist, desto stärker fällt es auf.
Was hilft gegen statisch aufgeladene Haare?
Bei mir hilft Pflege, die im Haar bleibt, also ein paar Tropfen Öl in den Längen, gern auch zwischendurch, oder eine Pflege, die nicht ausgespült wird. Seitdem fliegen meine Haare deutlich weniger.
Warum fetten meine Haare unter der Mütze schneller?
Ich erkläre es mir so, dass sich in der Mütze Talg und Hautschüppchen sammeln und beim Aufsetzen wieder am Ansatz landen, dazu kommen Wärme und Druck. Bei mir hilft es, die Mützen öfter zu waschen und in Wochen mit viel Mütze auch die Haare öfter zu waschen.
Sollte ich meine Haare im Winter seltener waschen?
Bei mir hat sich der Rhythmus im Winter gar nicht verändert, ich wasche genauso oft wie im Sommer. Nur in Wochen, in denen ich wirklich viel Mütze trage, wasche ich öfter, weil der Ansatz dann schneller fettet. Wichtiger als die Häufigkeit ist für mich, lauwarm zu waschen und den Ansatz danach immer trocken zu föhnen.
Was hilft gegen trockene Spitzen im Winter?
Lauwarm waschen, Conditioner ab Ohrhöhe abwärts und eine Pflege, die in den Spitzen bleibt. Wie du erkennst, ob die Spitzen nur trocken sind oder schon brechen, liest du im Artikel Haarbruch stoppen.
Fazit
Trockene Haare im Winter entstehen selten durch einen einzigen Fehler. Heizungsluft, heißes Duschen, die Mütze und der Schal arbeiten zusammen, und bei jedem davon hast du selbst etwas in der Hand.
Bei mir hat die größte Veränderung gar nicht beim Winter angefangen, sie hat bei der Kopfhaut angefangen, und genau deshalb fühlt sich der Winter heute ganz anders an als früher.
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Ich bin Daniella, 42 und Mama von zwei Kindern. Hier schreibe ich darüber, was sich bei mir geändert hat, seit die Kopfhaut ihre eigene Pflege bekommt, und was davon ich meinen Kundinnen weitergebe.
Ich teile hier meine eigene Erfahrung und ersetze keinen ärztlichen Rat.